 |
|
 |
 |
 |
 |
Welche Rolle bei der Erziehung behinderter Kinder
|
|
|
In der Deutschen Behinderten-Zeitschrift veröffentlichte Dr. Erich Tischer unter der Überschritt “Großeltern und ihre behinderten Enkel” einen wichtigen Beitrag. Es ist erfreulich, dass dieses Thema aufgegriffen wurde, denn in der einschlägigen Fachliteratur ist zwar viel uber die Aktivitäten von Eltern behinderter Kinder zu finden, aber Veröffentlichungen über die Rolle, die Großeltern, Verwandte und Freunde im Leben und bei der Entwicklung behinderter Kinder und im familiären Umfeld spielen (können), sind äußerst rar. Der amerikanische Autor Hillmann sagt zur Bedeutung von Großeltern: „Großelternschaft beginnt beim Charakter des älteren Menschen, der ein Auge auf den Charakter der Jüngeren wirft und deren umfassendere Möglichkeiten erkundet. Großeltern können sich großartigere Visionen leisten, als es die schwierige und pflichterfüllte Alltagsroutine den, Eltern ermöglicht, Lebenserfahrung, Hilfe und Unterstützung bei Krisensituationen und im täglichen Leben, Weitblick und liebevolle Zuwendung von den Vertretern der älterer Generation im Familienverband sind nur schwer zu ersetzen, und auch bei räumlicher Entfernung wirksam. So können Großeltern und „Wahlgroßeltern" einen nicht geringen Anteil am Prozess der Entwicklung behinderter Kinder haben. Die Lebenshilfe Berlin widmet sich in ihrer Elternarbeit seit Jahren diesem Aspekt. Bei Familien-Fachtagungers, die in Berlin von Landesverband der Lebenshilfe bundesweit organisiert wurden, gab es immer wieder Arbeitsgruppen und Seminare für Großeltern, so im Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide, beim WORKSHOP FAMILIE und im in Berlin-Wannsee (“Unser Enkelkind ist behindert” Fragen:Ängste und die besondere Kraft der Großeltern"). Dankenswerter Weise war es Prof Martin Th. Hahn, der die Diskussionen dabei einfühlsam leitete, Erfahrungen und Wissen vermittelte und dern es gelang, die Herzer der teilnehmenden Großeltern zu öffnen. Im Frühjahr fand erstmals eine eigenständige “Großelterntagung” statt, die nicht mehr nur Bestandteil anderer Tagungen war. Damit wurde auch einer Forderung der Großelterngruppen entsprochen. Es kamen zahlreiche Teilnehmer nicht nur aus Berlin. sondern auch aus anderen Orten der Bundesrepublik, aus Bad Pyrmont, Wolfsburg, Neunkirchen, Dossenheim, Halle, Bopfingen, Bad Nauheim, Hohenvelchow und Wachtbar- Villebrodt. Es waren nicht nur “leibliche” Großeltern, sondern auch solche, aus Berufung, die sich mit behinderten Kindern verbunden fühlen und die Eltern aktiv unterstützen, ohne dass ein Verwandtschaftsverhältnis besteht. Dank eines Zuschusses der Senatsverwaltung für Jugend; Schule sind Sport konnten die Teilnahmekosten der Tagung, die sich selbst finanzieren musste, moderat gehalten werden in den Arbeitsgruppen dieser Großelterntagung" wurden solche Themen mit profitieren Fachleuten diskutiert, die aus den Vorschlägen der Großettern resultierten. Partner waren dabei Prof Martin Th. Hahn (Einführungsvortrag und Seminar „Sexualität und Behinderung"). Herr Wagner-Stoll von der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Verantwortlicher für die Familienarbeit, Herr Weitenhagen, Leiter der Integrationskita der Lebenshilfe (zu “Integration in Kita und Schule”), Frau Rochol, Sonderschulpadagogin (“,Persönlichkeitsförderung und Sprachentwicklung”). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfingen viele Anregungen, trugen andererseits durch ihre persönlichen Erfahrungen zum Gelingen bei. In einer Resolution an die Berliner Senatsverwaltung fier Schule. ,lugend und Sport drückten sie ihre Besorgnis aus, dass es noch immer keine Möglichkeit für alle Kinder mit Behinderungen gibt, integrativ beschult zu werden. Das „Losverfahren" für die sonderpädagogische Förderung zur Bedarfssteuerung lehnten sie darin entschieden ab. Bei einem abschließenden gemeinsamen Abendessen kam man sich persönlich näher: wobei sich schon viele Großeltern von den früheren Zusammenkünften her kannten. Allgemeine Übereinstimmung gab es darüber, dass es notwendig ist, auch in Zukunft weiter zusammen zu kommen, denn „Großeltern sind unverzichtbar!" Dr. Rudolf Turber, Berlin
|
Nach oben
|
Jungen, U 14
|
|